Andreas Mann war einer der prägenden Gestalter der Notfallseelsorge in Wiesbaden und in der gesamten Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) – ein Mensch mit Weitblick, Mut und einer unbeirrbaren Treue zu seiner Aufgabe. Er gehörte zu den Gründern der Notfallseelsorge in der gesamten EKHN und hat mit seinem Denken, seinem Engagement und seiner Haltung Menschen in akuten Krisensituationen begleitet und die Arbeit der Notfallseelsorgenden geformt.
„Über viele Jahre war er die treibende Kraft, die verlässliche Stimme und oft auch die mahnende Erinnerung an das Wesentliche: den Dienst am Menschen in seinen verletzlichsten Momenten. Ohne sein Wirken wäre die Notfallseelsorge in der EKHN und in den benachbarten Bistümern nicht das, was sie heute ist“, so Oberkirchenrat Raimar Kremer, Leiter des Zentrums Seelsorge und Beratung.
Anfang der 1990er-Jahre machte Andreas Mann, damals Gemeindepfarrer in Wiesbaden-Dotzheim, bei seinen Einsätzen als ehrenamtlicher Rettungssanitäter der Johanniter immer wieder die Erfahrung, dass Menschen, die von emotionalen Ausnahmesituationen betroffen sind, eine längere Begleitung wünschen. Er gründete 1993 gemeinsam mit Kollegen und Mitstreitern in Wiesbaden den gemeinnützigen Verein „Seelsorge in Notfällen (SiN)“ – der erste seiner Art in Hessen. Andreas Mann baute von da an die Notfallseelsorge in Wiesbaden und später auch in der gesamten EKHN auf. Noch bis ins Jahr 2023 hat er Ausbildungskurse für angehende Notfallseelsorger und -seelsorgerinnen geleitet.
„Wir verlieren mit dem Tod von Pfarrer Mann einen hoch engagierten Seelsorger und Lobbyisten für die Notfallseelsorge“, so der Wiesbadener Präses Eberhard Busch. „Unser Mitgefühl gilt seiner Familie, der wir von Herzen Kraft und Trost für die Zeit der Trauer und des Gedenkens wünschen.“